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Alte Mülldeponie Hasenbühl wird endgültig abgedichtet

Schwäbisch Hall. Vögel zwitschern im Wald, die grünen Plastikplanen glänzen im warmen Sonnenlicht. Ab und an streicht den Zuschauern beim symbolischen Baggerbiss zur Abdichtung des Müllbergs Hasenbühl aufsteigendes Deponiegas um die Nase. Bei dem Termin wird in Erinnerung gerufen, wie erbärmlich es noch vor gut zehn Jahren beim Betrieb der Deponie gestunken hat. Auch die Schabenplage Anfang der 80er-Jahre, bei der die Insekten bis nach Hessental krabbelten, bleibt nicht unerwähnt. Landrat Gerhard Bauer dankt den Hessentaler Bürgern, dass sie den Deponiestandort über so lange Zeit akzeptiert und mitgetragen haben. In Betrieb genommen wurde die Deponie vor knapp 40 Jahren.
Von Gestank und Ungeziefer ist seit vielen Jahren keine Rede mehr. Auf die Deponie kommt jetzt ein endgültiger Deckel. "Man könnte denken, dass die Epoche der Stilllegung und Abdichtung schon vorbei ist. So ordentlich sah alles aus. Aber weit gefehlt. Die bisherige Abdeckung war nur eine vorübergehende, bis sich der Deponiekörper gesetzt hat", erläutert Landrat Gerhard Bauer. Die Deponie dürfe die Umwelt weder durch Sickerwasser noch Gas belasten. "Um das für die Zukunft sicherzustellen, werden knapp neun Millionen Euro investiert", so der Landrat. Mindestens 50 Jahre, vielleicht sogar 100 oder mehr Jahre, werde der Deponiekörper weiter beobachtet.
Eine gute Nachricht hatte der Landrat ob der hohen Kosten parat: Der Kreis habe über viele Jahre hinweg Rücklagen aus dem Gebührenhaushalt gebildet. Die liegen laut Kämmerer Werner Schmidt bei 14,06 Millionen Euro und dürften für die langfristige Nachsorge reichen. "Kostenmäßig ist also der Deckel drauf. Für die heutigen Müllgebührenzahler ist und wird das kein Thema mehr", versicherte Bauer.
Auf der Deponie wird bis Mitte 2017 rege Bautätigkeit herrschen. Gewaltige Erdmassen müssen bewegt und verbaut werden. Ein Vertreter der Firma Leonhard Weiss beteuerte, dass es sich nur um unbelastetes Material handeln werde.
Diplom-Ingenieur Eckhard Haubrich von der Ingenieurgemeinschaft Deponie Hasenbühl kennt den Müllberg wie seine Westentasche. Seit Anfang der 90er-Jahre ist er mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut. Er erklärt, was passiert. Die zehn Jahre alte provisorische Plane wird abgenommen und recycelt. Es gibt drei große Bauabschnitte, die Zug um Zug in kleinen Etappen abgearbeitet werden. Zunächst wird das Gelände profiliert. Am Charakter des Berges ändert sich dadurch kaum etwas. Aufgetragen wird eine Ausgleichsschicht. Darauf kommen eine Betonitmatte, das sind Tondichtungsbahnen, und dann über 95000 Quadratmeter eine hochdichte zweieinhalb Millimeter starke Kunststoffdichtungsbahn. "Laut Materialprüfungsanstalt hält die länger als 100 Jahre", sagt Haubrich. Es folgen ein Schutzvlies, eine Schotter-Entwässerungsschicht und zwei Meter stark der Rekultivierungsboden. In den werden Sickerwasserleitungen verlegt. Der Hang kann dann bepflanzt werden. Auf der Kuppe ist mit Südausrichtung eine zwei Hektar große Fläche für Fotovoltaikanlagen vorgesehen.


Fakten zur ehemaligen Mülldeponie Hasenbühl:
Müllablagerungsfläche: etwa neun Hektar
Verfüllvolumen: etwa 1,7 Millionen Kubikmeter mit Haus- und Sperrmüll, teilweise Bodenaushub und Bauschutt
Deponiebetrieb: Beginn 1976, Ende 31. Mai 2005
Ausführende Firmen: Der Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik hat den Auftrag für die Oberflächenabdichtung und die Entgasungsarbeiten im Februar vergeben. Er ging nach europaweiter Ausschreibung an die Bietergemeinschaft Leonhard Weiss aus Satteldorf und die Strabag Umwelttechnik aus Darmstadt. Sie hatte das günstigste Angebot unterbreitet. Teuerstes Angebot: 19,1 Millionen Euro.
Rekultivierung: Für die zwei Meter starke Rekultivierungsschicht werden fast 160.000 Kubikmeter Erde benötigt.

Verfasser: Jochen Korte

Veröffentlichung dieses Berichtes vom 21.04.2015 auf dieser Internetseite mit freundlicher Genehmigung des Haller Tagblatts.


 

"Baggerbiss" zum symbolischen Baustart auf der Deponie
"Baggerbiss" zum symbolischen Baustart auf der Deponie
mittig im Bild (v.l.n.r.): Landrat Gerhard Bauer, Dipl.-Ing. Eckhard Haubrich und Dezernent Werner Schmidt
mittig im Bild (v.l.n.r.): Landrat Gerhard Bauer, Dipl.-Ing. Eckhard Haubrich und Dezernent Werner Schmidt

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