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Fischsterben in der Jagst - Welle hat Kreisgrenze erreicht

Seitdem am frühen Sonntagmorgen erste Zeichen des Fischsterbens sichtbar wurden, liefen sofort vom Landratsamt angeordnete Maßnahmen an, zunächst in Lobenhausen und an der dortigen Schadensstelle nach dem Großbrand. Am Montag lag der Schwerpunkt der Maßnahmen im Gerabronner Ortsteil Elpershofen. Gestern, Dienstag, konzentrierten sich die Arbeiten der Feuerwehren, THW, Maschinenring und Landwirte auf den Langenburger Teilort Bächlingen. Zwischen den flussabwärts liegenden Teilorten Oberregenbach und Unterregenbach waren Einsatzkräfte noch bis 2.00 Uhr am heutigen Mittwoch aktiv.
 
Im gesamten Streckenabschnitt der Jagst wurden regelmäßig Wasserproben gezogen, um den Verlauf der Schadstofffahne nachvollziehen zu können. Die aktuellen Messwerte zeigen einen deutlichen Rückgang der Belastung, sind aber immer noch wesentlich über dem kritischen Wert.
 
Da die belastete Welle nun die Kreisgrenze erreicht hat, liegt der Schwerpunkt der Aktionen auf dem Gebiet der Gemeinde Mulfingen im Hohenlohekreis. Am gestrigen Dienstag waren Vertreter des Hohenlohekreises bereits bei der Lagebesprechung im Landratsamt eingebunden.
Bei einem weiteren Termin am Dienstagnachmittag informierte die Kreisverwaltung die Vertreter der anliegenden Kommunen bis Mulfingen und ihrer Fischereivereine sowie ebenfalls anwesende Vertreter des Hohenlohekreises, darunter Landrat Dr. Matthias Neth, über den aktuellen Stand, die eingeleiteten Maßnahmen und insbesondere über die Entsorgung der verendeten Fische und die Kostentragung. Die Gesamtmenge der verendeten Fische und weiterer Arten in der Jagst ist bislang noch nicht ermittelt. Ebenfalls stehen die Kosten noch nicht fest.
 
Am Mittwochmorgen stellte sich der aktuelle Stand so dar:

  • Die Schadstofffahne hat inzwischen den Hohenlohekreis erreicht. Um 7.30 Uhr wurde an der Kreisgrenze zum Hohenlohekreis im Jagstwasser ein Ammonium-Wert von 28,7 mg/l gemessen. Für Lebewesen in der Jagst ist ein Wert ab 0,5 bis 1 mg/l tödlich.
  • Die heute Morgen gemessenen Schadstoffwerte im Landkreis Schwäbisch Hall sind:
    Kirchberg/Jagst (bei der Kläranlage): 0,5 mg/l
    Hürden (Stadt Langenburg): 5,1 mg/l
    Grillplatz Schimbach (Stadt Langenburg): 33,3 mg/l
    Die Werte sind im oberen Teil der betroffenen Strecke zwar deutlich zurückgegangen, liegen jedoch noch immer über dem kritischen Bereich.
    Das Landratsamt weist daher auch nochmals auf das im Landkreis Schwäbisch Hall generell geltende Verbot von Baden und Kanufahren in der Jagst hin.
  • Im Krisenstab im Landratsamt Schwäbisch Hall wurden folgende weitere Maßnahmen eingeleitet:
    - Untersuchung der Brandstelle auf versickertes kontaminiertes Wasser
    - Die Frischwasserzufuhr aus dem Kocher in die Jagst wird am heutigen Tag fortgesetzt, um eine weitere Verdünnung zu erreichen.

Am heutigen Vormittag machte sich Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider ein Bild vor Ort. Landrat Gerhard Bauer und Erster Landesbeamter Michael Knaus berichteten über den Sachstand und legten den gesamten Vorfall seit dem Brand in Lobenhausen dar. Das Regierungspräsidium hat bei der Krisenbewältigung von Anfang an beratend unterstützt. Dr. Schneider betonte, dass sich diese Krise in der Zuständigkeit des Landratsamts Schwäbisch Hall befindet und sprach sein Vertrauen den Mitarbeitern vor Ort aus. „Der chemisch-biologische Sachverstand und alle regionalen Kenntnisse und notwendigen Kontakte, zum Beispiel zu Fischereivereinen und Ehrenamtlichen, sind vor Ort, und es gibt aktuell keinen Grund, an der Kompetenz des Landratsamtes zu zweifeln.“ Der Regierungsvizepräsident ist sich darüber im Klaren, dass es für einen solchen Unglücksfall keine Patentlösung gibt. Das Landratsamt Schwäbisch Hall habe einen Mix an Maßnahmen eingeleitet und damit alles versucht, um die weiteren Folgen abzumildern. Dr. Schneider drückte sein Bedauern über dieses ökologische Unglück aus. Den beteiligten Einsatzkräften gebühre Anerkennung, so Dr. Schneider. Im Anschluss an das Gespräch besichtigte er zusammen mit Erstem Landesbeamten Michael Knaus die Brandstelle in Lobenhausen.
 
Der Krisenstab tritt weiterhin regelmäßig zusammen, um den Schadensfall aufzuarbeiten und nachfolgende Aufgaben einzuleiten. „Wir sind schockiert über das große Ausmaß der Katastrophe“, so Landrat Gerhard Bauer. „Ich danke ganz herzlich den beteiligten Einsatzkräften und den vielen Ehrenamtlichen, die sich hier einbringen, und hoffe, dass nach den nächsten Flusskilometern dann endlich Entwarnung gegeben werden kann.“
 

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